Oliver Plunkett

Namenstage: Oliver

Funktion: Heiliger, Erzbischof von Armagh, Primas von Irland, Märtyrer

Gedenktag: 11. Juli

Seligsprechung 1920
Heiligsprechung 1975

1629 in Loughcrew in Meath im Osten Irlands geboren, stammte Oliver Plunkett aus einer adligen Familie. Er ging zum Studium nach Rom (eine theologische Ausbildung war in Irland nicht möglich) und wurde dort auch zum Priester geweiht. 1669 setzte man ihn als Erzbischof von Armagh und Primas von Irland ein. Cromwell hatte nach den Massakern von Drogheda und Wexford 1649/50 (die selbst in Kontinentaleuropa, das durch den Dreißigjährigen Krieg verroht war, mit Abscheu verurteilt worden waren) den irischen (gälischen) Widerstand gebrochen und fanatisch alles Katholische im Land verfolgt, katholischen Grundbesitz enteignet und alle »Papisten« im Zuge einer beispiellosen religiös-ethnischen Säuberung westlich des Shannon nach Connaught vertrieben. Schon das Lesen einer Messe wurde als Verrat angesehen und hart bestraft. Von den 20 irischen Bistümern waren nur noch fünf besetzt, weitere zwei Bischöfe lebten verborgen. Oliver Plunkett kümmerte sich nicht ums Politische, sondern konzentrierte sich – obwohl das natürlich im Geheimen geschehen musste – ganz auf die Seelsorge: darauf, das Evangelium zu verkünden, die Sakramente zu spenden, Messen zu feiern und die Organisation der irischen Kirche zu erneuern. Je nachdem welcher Vizekönig das Land gerade regierte, wurde der Bann gegen die Katholiken mehr oder weniger hart durchgesetzt. 1678 wurde sogar ein Kopfgeld von zehn Pfund auf irische Bischöfe ausgesetzt. Im Jahr darauf wurde Oliver Plunkett verhaftet und des Hochverrats angeklagt. Zeugen wurden gekauft und die aberwitzigsten Beschuldigungen gegen ihn vorgebracht. Kein protestantischer Bischof oder sonstiger Würdenträger ließ sich herab, gegen ihn auszusagen. Als der Prozess zu platzen drohte, verlegte man ihn nach London, wo das politisch gewünschte Urteil problemlos erreicht werden konnte. Am 11. Juli 1681 schließlich wurde er aufgehängt, am Ende geköpft und gevierteilt. Die Seligsprechung Oliver Plunketts, dessen Kopfreliquie seit Anfang des 18. Jahrhunderts im ostirischen Drogheda ruht, erfolgte am 23. Mai 1920 durch Papst Benedikt XV., die Heiligsprechung am 12. Oktober 1975 durch Paul VI.

Darstellung: in vornehmer Kleidung oder als Bischof im Ornat

Attribute: Mitra, Stab; Palmzweig (Martyrium)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010