Servatius von Tongern

Namenstage: Servatius

Funktion: Heiliger, Bischof von Tongern, "Eisheiliger"

Gedenktag: 13. Mai

Patronat: Maastricht, Goslar, Limburg an der Lahn, Quedlinburg; Bistum Worms; der Schlosser und Tischler; gegen Fußleiden, Rheumatismus, Fieber, Todesfurcht, Frostschäden, Mäuse- und Rattenplagen und das Lahmen von Pferden

Servatius ist wahrscheinlich als der in den Akten der Synode von Sardika (heute Sofia, Bulgarien) genannte Sarbatios zu identifizieren, der ein kompromissloser Feind des Arianismus war. Er stammte vermutlich aus einer jüdischen Familie in Armenien. Vor 345 wurde er Bischof von Tongern (bei Lüttich, Belgien). Nachdem der römische Offizier Magnentius 350 Kaiser Constans hatte ermorden lassen und sich selbst zum Kaiser gekrönt hatte, vertrat ihn Servatius am Hof von Konstantinopel als Gesandter.

 Über sein weiteres Wirken ist wenig bekannt. Die Legende berichtet von einem Adler, der den am Wegrand eingeschlafenen bischöflichen Pilger vor den heißen Sonnenstrahlen mit seinen Flügeln beschattete. Angeblich wurde Servatius mit einem Holzschuh erschlagen. Er starb am 13. Mai 384 in Maastricht und wurde in der nach ihm benannten Kirche begraben. Die Servatiuskirche vo nMaastricht ist die älteste Kirche der Niederlande und dort die einzige über dem Grab eines Heiligen. In der Silvesternacht 406 überschritten die Vandalen, gemeinsam mit einer großen Gruppe von Alanen und Sueben, den zugefrorenen Rhein und fielen in die römische Provinz Gallien ein, genau wie Servatius prophezeit haben soll. Danach nahm sein Kult in ganz Westeuropa großen Aufschwung. Sein Grab wurde zu einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte des Mittelalters. 1496 sollen über 100.000 Pilger am Servatiusfest teilgenommen haben. Seit 1829 findet die Wallfahrt wieder im Sieben-Jahres-Rhythmus in Maastricht statt, zuletzt vom 1. bis 11. Juli 2004: Beim »Ommegang«, der festlichen Prozession, trägt man Haupt, Bischofsstab, Brustkreuz, Patene und Kelch des Heiligen durch die Straßen der limburgischen Provinzhauptstadt. Mittelpunkt ist der goldene Schrein, in dem die Gebeine des Stadtpatrons aufbewahrt sind.

Im deutschen Sprachraum gibt es die umgangssprachliche Bezeichnung »Eisheilige « für die Tage vom11. bis 15. Mai, an denen oft der letzte Frost auftritt. Die Tagesheiligen sind Mamertus, Pankratius (Pankraz), Servatius von Tongern, Bonifatius von Tarsus und Sophia von Rom(»Kalte Sophie«).

Die Bauernregel weiß zum 13. Mai:

»War vor Servatius kein warmes Wetter, wird es nun von Tag zu Tag netter.«

Darstellung: als Bischof im Ornat; als Drachentöter (sein Kampf gegen den Arianismus)

Attribute: Mitra, Stab; Brille, Buch (Gelehrsamkeit); Schlüssel (Symbol des kirchlichen Auftrags)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010