Ferdinand III.

Namenstage: Ferdinand

Funktion: Heiliger, König von León und Kastilien

Gedenktag: 30. Mai

Heiligsprechung 1671

Patronat: der Armen und Gefangenen

1199 (oder 1198) wurde Ferdinand als ältester Sohn des Königs Alfons IX. von Léon und der Berengaria von Kastilien, der Schwester der Königin Blanca von Frankreich, bei Salamanca in Spanien geboren. Mit 17 Jahren bereits bestieg er den Thron und heiratete 1219 Beatrix, eine Tochter Philipps von Schwaben, mit der er sieben Söhne und drei Töchter hatte. 1230 vereinigte er die Königreiche Kastilien und Léon, was eine erfolgreiche Fortführung der Reconquista (die Vertreibung der Mauren aus Spanien) erst ermöglichte. 1236 wurde Córdoba erobert, 1246 Jaén und 1248 Sevilla. Nur das Emirat Granada sollte noch 250 Jahre lang maurisch bleiben, musste aber ab 1246 Tribut zahlen.

Ferdinand zeichnete sich aber nicht nur als begabter Heerführer aus, sondern auch als tatkräftiger Bauherr und Förderer der Kultur: 1221 ließ er die Kathedrale von Burgos (zentrales Nordspanien), später die von Toledo bauen und vergrößerte 1243 die von seinem Vater 1218 gegründete Universität Salamanca (westlich von Madrid), die eine der bedeutendsten des Mittelalters werden sollte. Er erließ ein Gesetzeswerk für Kastilien (»Las Partidas«) und betrieb die Wiederherstellung von Bistümern, Kirchen und Klöstern in den rechristianisierten Gebieten. Sogar von seinen Feinden wurden Ferdinands Sinn für Gerechtigkeit und sein Maßhalten gerühmt. Die Ideale der Bettelorden der Franziskaner und Dominikaner fanden seine Billigung, so dass er deren Verbreitung unterstützte. Dies markiert auch den Beginn der Inquisition in Spanien, mit deren Durchführung die genannten Orden betraut waren.

Ferdinand III. starb am 30. Mai 1252 und erhielt seine letzte Ruhestätte in der königlichen Kapelle der Kathedralkirche in Sevilla. Seine Grabinschrift ist auf lateinisch, hebräisch und arabisch verfasst. Die Heiligsprechung erfolgte am 4. Februar 1671 durch Papst Clemens X.

Darstellung: in königlicher Kleidung mit großem Kreuz auf der Brust

Attribute: Krone, Zepter; Schwert, Weltkugel, Schlüssel (Eroberer), Fahne mit Kreuz, Teufel zu Füßen (Sieg über die Mauren), Marienstatue im Arm (weil er stets ein Bild der Gottesmutter bei sich getragen haben soll)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010